MUSK, AMBER, TIERGERÜCHE Vier Materialien wurden im Laufe der Jahrhunderte hauptsächlich verwendet: Moschus, Amber, Castoreum und Zibet. Man kann Hyraceum, Bienenwachs oder Ambrettolid hinzufügen. In "Über die Gerüche von Parfüms und Kosmetika" (1877) erwähnt Septimus Piesse sogar eine Bisamratte namens Ondatra, deren Drüsen eine nach Moschus riechende Flüssigkeit absonderten. Heutzutage verwenden wir daher fast ausschließlich synthetische Moschusdüfte. Im Gegensatz zum sogenannten "tierischen" Moschus enthalten fast alle unsere Parfüms "weißen Moschus". Diese haben eine saubere Wirkung, fast wie ein Reinigungsmittel, manchmal etwas pudrig oder fruchtig, wie Galaxolid. Andere, immer im Geiste der Sanftheit, werden einen Duft verströmen, der der Haut eines Babys näher kommt, wie zum Beispiel Muscenon. Aber auch Castoreum, Oud-Holz, Zibet (der synthetische Äquivalent wird heute verwendet), bestimmte ledrige Noten, Costus- oder Animalis-Basen usw. Der Begriff "tierisch" bezog sich ursprünglich auf natürliche Materialien, obwohl es heute möglich ist, die Effekte durch Synthese zu reproduzieren (heutzutage werden fast keine natürlichen Zutaten tierischen Ursprungs mehr verwendet, mit einigen wenigen Ausnahmen). Tierische Noten stammen ursprünglich aus der Natur, aber Fortschritte in der Chemie haben es ermöglicht, ihren Effekt durch Synthese nachzubilden. Der Einsatz natürlicher tierischer Noten ist seit den 1970er Jahren aus ethischen Gründen des Tierschutzes erheblich zurückgegangen. Diese Facette bezeichnet Noten mit einem fahlen, pelzigen, "schmutzigen", fleischlichen Geruch. Diese können einer Komposition viel Komplexität, Textur und Sinnlichkeit verleihen. Unter diesen finden wir insbesondere Moschus. In der Parfümerie werden traditionell zwei Arten von Moschus unterschieden. Der älteste, Tonkin-Moschus, stammt aus einer Drüse des männlichen Moschushirsches. Sein fahler und animalischer Duft brachte den Parfüms Halt, eine fleischige Rundheit und eine unvergleichliche Textur, die nicht fremd ist dem Glanz der großen Klassiker der Parfümerie von einst. Heutzutage verboten, wird sein Duft mithilfe synthetischer Moschusse reproduziert (insbesondere dank Nitro-Moschus, die allmählich verboten werden, oder sogar mithilfe einer "Animalis"-Basis).