Ende Juli war die Zeit des Jasmins, im August die der Nachtjasmin. Diese beiden Pflanzen hatten so exquisite und zugleich fragile Düfte, dass sie ein äußerst spezielles und zartes Erschöpfungsverfahren erforderten. Die Hitze schwächte ihren Duft ab, und ein plötzliches Eintauchen in heißes Fett und die Mazeration hätten ihn zerstört. Diese edelsten Blumen ließen sich nicht einfach ihre Seele entreißen, sie musste buchstäblich durch List und Schmeichelei entzogen werden. In einem eigens für ihre Beduftung reservierten Raum wurden sie auf mit kaltem Fett beschichtete Glasplatten gestreut oder sanft in mit Öl getränkte Tücher gewickelt, und sie mussten dort sanft einschlafend sterben. Es dauerte drei oder vier Tage, bis sie verwelkt waren und ihren Duft dann zugunsten des benachbarten Fettes oder Öls verströmt hatten. Sie wurden dann vorsichtig abgelöst und frische Blumen ausgelegt. Der Vorgang wiederholte sich zehn oder zwanzig Mal, und bis die Salbe gesättigt war oder man das duftende Öl aus den Tüchern ausdrücken konnte, war es September.