Es war einmal das Gewand des Parfümeurs
Die Mode der parfümierten Leder, im vorherigen Jahrhundert eingeführt, erfreute sich schnell großer Beliebtheit, man bestrich die "duftenden Häute" mit jasminparfümierter Fettcreme.
Handschuhe, Westen, Wams, Schuhe, Gürtel, Kästchen, Fächer wurden auf diese Weise behandelt. Die Großherren gewöhnten sich daran, bei Grasse flexible Leibwämser zu bestellen, die mit parfümierter Fettcreme imprägniert waren.
Im Jahr 1614 erhielten die parfümierten Handschuhmacher vom König Patente, die ihnen "die Erlaubnis gaben, sich sowohl als Meisterhandschuhmacher als auch als Parfümeur zu bezeichnen und zu qualifizieren".
Der Erfolg der parfümierten Handschuhmacherei aus Grasse führte zu einer bemerkenswerten Ausweitung des Blumenanbaus. Die drei wichtigsten Pflanzen der Parfümerie zu dieser Zeit waren Jasmin, Rose und Tuberosa.
Der aus Indien stammende Jasmin tauchte um 1650 in der Umgebung von Grasse auf.
Zur gleichen Zeit wurde die Rose kultiviert.
Was die Tuberosa betrifft, die aus Italien stammt, wurde sie um 1670 eingeführt.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts betrug die bepflanzte Fläche mit Jasmin in der Nähe von Grasse schätzungsweise fünfzehn Hektar.
In bescheidenen Werkstätten ansässig, bildeten die parfümierten Handschuhmacher seit dem 17. Jahrhundert unter Ludwig XIV. ein reiches und mächtiges Element der provenzalischen Wirtschaft.
Die Gründung der Indien-Kompanie trug erheblich zur Entwicklung des Berufsstands bei, da Frankreich bestimmte Rohstoffe (Moschus, Patchouli, Vetiver, Sandelholz) erhielt, ohne über Italien oder Spanien gehen zu müssen.
Gewand des Parfümeurs
Diese Gravur, die Gerrit VALCK zugeschrieben wird, wurde 1697 von Nicolas de L'ARMESSIN in einer Serie gedruckt, die dem Handwerk in Paris gewidmet ist.
Der Parfümeur wird mit einem Räucherstäbchen als Hut dargestellt, und sein Gewand repräsentiert all seine Produkte: parfümierte Fächer, Wachs und Leder, Seifen und Seifen, Duftwasser, Tausendblumenwasser, Engelswasser und Essenzen aller Art.
Parfumerie Grasse