GESCHICHTE DES PARFUMORGELS
Als Figur des Dekadentismus, einer literarischen und ästhetischen Bewegung des späten 19. Jahrhunderts, inszeniert Joris-Karl Huysmans einen Anti-Helden, Jean des Esseintes, der die Freuden der High Society satt hat und sich entscheidet, sich in Fontenay aux Roses zurückzuziehen, um sich den Studien, dem Garten und der Parfumkreation zu widmen.
Erstaunlicherweise entsteht die Parfumorgel nicht in einer olfaktorischen Welt, sondern in einem Roman von Joris-Karl Huysmans aus dem Jahr 1884, "Gegen den Strich".
In diesem von Nachdenklichkeit und Müßiggang geprägten Kontext erfindet der Autor die Parfumorgel. Die Idee wird dann von den Parfümeuren aufgegriffen, die Schreiner beauftragen, dieses neue professionelle Möbelstück zu entwerfen.
DAS PARFUMORGEL, MÖBEL DES PARFÜMEURS-SCHÖPFERS
Der "Nase" arbeitet an seinem "Orgel", um einen Duft mit den schönsten Noten zu kreieren. Vor einem halbrunden Möbelstück sitzend, nimmt die Parfumorgel einen zentralen Platz im Alltag des Parfümeurs ein.
Die Fläschchen mit Extrakten, Balsamen und Blumenessenzen sind in greifbarer Nähe.
Für olfaktorische Seelen sollten die Düfte, die von der Parfumorgel ausgehen, Ihre Sinne erheben.
DAS PARFUMORGEL, INSTRUMENT FÜR DEN OLFAKTORISCHEN SCHÖPFER
Der Parfümeur sucht nach der perfekten Kombination, ähnlich einem großen Koch oder Musiker. Es ist also kein Zufall, dass das Möbelstück, das seine Kreation begleitet, den Namen eines Musikinstruments trägt.